{"id":44926,"date":"2020-12-12T09:27:46","date_gmt":"2020-12-12T08:27:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orgelimstephansdom.at\/?p=44926"},"modified":"2020-12-12T09:27:46","modified_gmt":"2020-12-12T08:27:46","slug":"solange-menschen-sich-noch-gerne-hoellen-vorstellen-werden-wir-diese-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/?p=44926","title":{"rendered":"Der aktuelle stattfindende Kalte Krieg der &#8222;Regierungen&#8220; gegen ihre eigenen V\u00f6lker: solange Menschen sich noch gerne H\u00f6llen vorstellen, werden wir diese haben"},"content":{"rendered":"<p>und solange Menschen noch gerne von H\u00f6llen wegsehen,<\/p>\n<p>k\u00f6nnen solche Holle-Gott-Theateranten diese f\u00fcr alle als Mitanteil bewahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wahrhaftigkeit<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>wird immer wieder hintertrieben,<\/p>\n<p>scheint nur daf\u00fcr sogar dazusein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>__________<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">V\u00f6llig nett ist HIER ja die Frage; is dschaiina involved ?_ \u00a0und wenn, dann mit welchem Stil. Interessanterweise wird colportiert, die Queen habe nach deren Staatbesuch sie mit <em><strong><span style=\"color: #ffffff;\">&#8222;rude&#8220;<\/span><\/strong><\/em> belegt.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">tja&#8230;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">die Italiengschicht des 4 Jahre, gegen jedes Landesrecht an Kyjna vermieteten Hafens kennma eh.. wie die dann Leute irreeinspeisten, wissma aa<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">tja&#8230;.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">und da\u00df unsere Polli vollherzig auf alles reinfalln, ist bereits nett vorgemacht &lt;; voll gelungene Auff\u00fchrung, hat sehr gefallen. vor allem wohl den Leuten in den eigenen Reihen, die wirklich \u00d6sterreich mittragen wollen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">naja<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">DIE nimmt sich der Fragen, die sich B\u00fcrger stellen an. Leider ist sie keine \u00d6sterreichische Partei &gt;:<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ff6600;\">ma kann net alles haaam, issma klar. bin eh schon ruhich.<\/span><\/p>\n<p>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=7W9OTVXKHg4<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffff00;\">Bitte, bitte, wenn&#8217;s da Filmchen von <span style=\"color: #ff6600;\"><em>Muddi<\/em><\/span> gibt, ZEIGT&#8217;S UNS DIE NICHT!<\/span><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffff00;\">DAs w\u00e4r \u00a0echt ZU VIEL. Diskrete Konsequenzen bitte, gen\u00fcgen da dann v\u00f6llig, ja? <span style=\"color: #ff00ff;\">Ich will das per Unterschrift!!!!<\/span><\/span><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><\/h4>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #ffff00;\">japs&#8230; <span style=\"color: #3366ff;\">st\u00f6hn<\/span><\/span><\/p>\n<p>\u00a0Meine Bl\u00f6dheit, Gro\u00dfmutter tschickt, auf englisch Grandma und K\u00fcklein, vokabelabzukl\u00e4ren, hatma g&#8217;reicht. Offenbar auch so ein Erfolgshit langer Katholikenjahre wohl. Du meinen G\u00fcte. LEUTE!! Ich meine&#8230; die gackergacker heilige unbefleckte jungfr\u00e4uliche Gottesmutter Maria.. a scheene Gegenreaktion auf diese Langzeitlebensanleitung mit \u00dcberallverbreitung: alle Menschen sind Br\u00fcder, B\u00fcrger und chrlstiche Erbs\u00fcnder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und dann krieg dich als graden Menschen noch ins Gericht und zum Psychiater.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>SOOOOOO URLUSTIG!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und wenn ich sag, in dieser Zeit beginnen wir \u00fcberhaupt erst, denken zu lernen,<\/p>\n<p>dann halt man mich f\u00fcr Den Deppen. ok ok ok, gut.. pa\u00dft. nopro-b<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #808000;\"><em>Welten wallen,<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #99cc00;\">oder die Erde herzerlebend, Raum stehen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\">bei <span style=\"color: #666699;\">http:\/\/www.marschler.at\/worte-rilke-stundenbuch.htm\u00a0<\/span><\/h6>\n<p style=\"text-align: right;\">&#8218;\/Auszug aus dem Gesamtwerk\/\/<\/p>\n<table id=\"AutoNumber1\" border=\"0\" width=\"560\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" height=\"53\"><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\">Rainer Maria Rilke<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\"><span style=\"color: #777777; font-family: Arial; font-size: medium;\">1<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wir d\u00fcrfen dich nicht eigenm\u00e4chtig malen,<br \/>\ndu D\u00e4mmernde, aus der der Morgen stieg.<br \/>\nWir holen aus den alten Farbenschalen<br \/>\ndie gleichen Striche und die gleichen Strahlen,<br \/>\nmit denen dich der Heilige verschwieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wir bauen Bilder vor dir auf wie W\u00e4nde;<br \/>\nso dass schon tausend Mauern um dich stehn.<br \/>\nDenn dich verh\u00fcllen unsre frommen H\u00e4nde,<br \/>\nsooft dich unsre Herzen offen sehn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">2<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,<br \/>\nin welchen meine Sinne sich vertiefen;<br \/>\nin ihnen hab ich, wie in alten Briefen,<br \/>\nmein t\u00e4glich Leben schon gelebt gefunden<br \/>\nund wie Legende weit und \u00fcberwunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum<br \/>\nzu einem zweiten, zeitlos breiten Leben habe.<br \/>\nUnd manchmal bin ich wie der Baum,<br \/>\nder, reif und rauschend, \u00fcber einem Grabe<br \/>\n<i>den <\/i>Traum erf\u00fcllt, den der vergangne Knabe<br \/>\n[um den sich seine warmen Wurzeln dr\u00e4ngen]<br \/>\nverlor in Traurigkeiten und Ges\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">3<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manches Mal<br \/>\nin langer Nacht mit hartem Klopfen st\u00f6re, \u2013<br \/>\nso ists, weil ich dich selten atmen h\u00f6re<br \/>\nund wei\u00df: Du bist allein im Saal.<br \/>\nUnd wenn du etwas brauchst, ist keiner da,<br \/>\num deinem Tasten einen Trank zu reichen:<br \/>\nIch horche immer. Gib ein kleines Zeichen.<br \/>\nIch bin ganz nah.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Nur eine schmale Wand ist zwischen uns,<br \/>\ndurch Zufall; denn es k\u00f6nnte sein:<br \/>\nEin Rufen deines oder meines Munds \u2013<br \/>\nund sie bricht ein<br \/>\nganz ohne L\u00e4rm und Laut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Aus deinen Bildern ist sie aufgebaut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und deine Bilder stehn vor dir wie Namen.<br \/>\nUnd wenn einmal das Licht in mir entbrennt,<br \/>\nmit welchem meine Tiefe dich erkennt,<br \/>\nvergeudet sichs als Glanz auf ihren Rahmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und meine Sinne, welche schnell erlahmen,<br \/>\nsind ohne Heimat und von dir getrennt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">4<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wenn es nur einmal so ganz stille w\u00e4re.<br \/>\nWenn das Zuf\u00e4llige und Ungef\u00e4hre<br \/>\nverstummte und das nachbarliche Lachen,<br \/>\nwenn das Ger\u00e4usch, das meine Sinne machen,<br \/>\nmich nicht so sehr verhinderte am Wachen \u2013 :<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dann k\u00f6nnte ich in einem tausendfachen<br \/>\nGedanken bis an deinen Rand dich denken<br \/>\nund dich besitzen [nur ein L\u00e4cheln lang],<br \/>\num dich an alles Leben zu verschenken<br \/>\nwie einen Dank.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">5<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich glaube an alles noch nie Gesagte.<br \/>\nIch will meine fr\u00f6mmsten Gef\u00fchle befrein.<br \/>\nWas noch keiner zu wollen wagte,<br \/>\nwird mir einmal unwillk\u00fcrlich sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Mit diesem Hinfluten, mit diesem M\u00fcnden<br \/>\nin breiten Armen ins offene Meer,<br \/>\nmit dieser wachsenden Wiederkehr<br \/>\nwill ich dich bekennen, will ich dich verk\u00fcnden<br \/>\nwie keiner vorher.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">6<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug,<br \/>\num jede Stunde zu weihn.<br \/>\nIch bin auf der Welt zu gering und doch nicht klein genug,<br \/>\num vor dir zu sein wie ein Ding,<br \/>\ndunkel und klug.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich will dich immer spiegeln in ganzer Gestalt,<br \/>\nund will niemals blind sein oder zu alt,<br \/>\num dein schweres, schwankendes Bild zu halten.<br \/>\nIch will mich entfalten.<br \/>\nNirgends will ich gebogen bleiben;<br \/>\ndenn dort bin ich gelogen, wo ich gebogen bin.<br \/>\nUnd ich will meinen Sinn wahr vor dir \u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">7<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wer seines Lebens viele Widersinne<br \/>\nvers\u00f6hnt und dankbar in ein Sinnbild fasst,<br \/>\nder dr\u00e4ngt<br \/>\ndie L\u00e4rmenden aus dem Palast,<br \/>\nwird<i> anders <\/i>festlich, und du bist der Gast,<br \/>\nden er an sanften Abenden empf\u00e4ngt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist der Zweite seiner Einsamkeit,<br \/>\ndie ruhige Mitte seinen Monologen;<br \/>\nund jeder Kreis, um dich gezogen,<br \/>\nspannt ihm den Zirkel aus der Zeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">8<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Was irren meine H\u00e4nde in den Pinseln?<br \/>\nWenn ich dich<i> male, <\/i>Gott, du merkst es kaum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich f\u00fchle dich. An meiner Sinne Saum<br \/>\nbeginnst du z\u00f6gernd, wie mit vielen Inseln,<br \/>\nund deinen Augen, welche niemals blinseln,<br \/>\nbin ich der Raum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist nicht mehr inmitten deines Glanzes,<br \/>\nwo alle Linien des Engeltanzes<br \/>\ndie Fernen dir verbrauchen wie Musik, \u2013<br \/>\ndu wohnst in deinem allerletzten Haus.<br \/>\nDein ganzer Himmel horcht in mich hinaus,<br \/>\nweil ich mich sinnend dir verschwieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">9<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin, du \u00c4ngstlicher. H\u00f6rst du mich nicht<br \/>\nmit allen meinen Sinnen an dir branden?<br \/>\nMeine Gef\u00fchle, welche Fl\u00fcgel fanden,<br \/>\numkreisen wei\u00df dein Angesicht.<br \/>\nSiehst du nicht meine Seele, wie sie dicht<br \/>\nvor dir in einem Kleid aus Stille steht?<br \/>\nReift nicht mein mailiches Gebet<br \/>\nan deinem Blicke wie an einem Baum?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wenn du der Tr\u00e4umer bist, bin ich dein Traum.<br \/>\nDoch wenn du wachen willst, bin ich dein Wille<br \/>\nund werde m\u00e4chtig aller Herrlichkeit<br \/>\nund r\u00fcnde mich wie eine Sternenstille<br \/>\n\u00fcber der wunderlichen Stadt der Zeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial; font-size: medium;\">10<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich finde dich in allen diesen Dingen,<br \/>\ndenen ich gut und wie ein Bruder bin;<br \/>\nals Samen sonnst du dich in den geringen<br \/>\nund in den gro\u00dfen gibst du gro\u00df dich hin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Das ist das wundersame Spiel der Kr\u00e4fte,<br \/>\ndass sie so dienend durch die Dinge gehn:<br \/>\nin Wurzeln wachsend, schwindend in die Sch\u00e4fte<br \/>\nund in den Wipfeln wie ein Auferstehn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">11<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz,<br \/>\nan dem wir reiften, da wir mit ihm rangen;<br \/>\ndu gro\u00dfes Heimweh, das wir nicht bezwangen,<br \/>\ndu Wald, aus dem wir nie hinausgegangen,<br \/>\ndu Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen,<br \/>\ndu dunkles Netz,<br \/>\ndarin sich fl\u00fcchtend die Gef\u00fchle fangen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du hast dich so unendlich gro\u00df begonnen<br \/>\nan jenem Tage, da du uns begannst, \u2013<br \/>\nund wir sind so gereift in deinen Sonnen,<br \/>\nso breit geworden und so tief gepflanzt,<br \/>\ndass du in Menschen, Engeln und Madonnen<br \/>\ndich ruhend jetzt vollenden kannst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">12<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist so gro\u00df, dass ich schon nicht mehr bin,<br \/>\nwenn ich mich nur in deine N\u00e4he stelle.<br \/>\nDu bist so dunkel; meine kleine Helle<br \/>\nan deinem Saum hat keinen Sinn.<br \/>\nDein Wille geht wie eine Welle<br \/>\nund jeder Tag ertrinkt darin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Nur meine Sehnsucht ragt dir bis ans Kinn<br \/>\nund steht vor dir wie aller Engel gr\u00f6\u00dfter:<br \/>\nein fremder, bleicher und noch unerl\u00f6ster,<br \/>\nund h\u00e4lt dir seine Fl\u00fcgel hin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">13<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Mit einem Ast, der jenem niemals glich,<br \/>\nwird Gott, der Baum, auch einmal sommerlich<br \/>\nverk\u00fcndend werden und aus Reife rauschen;<br \/>\nin einem Lande, wo die Menschen lauschen,<br \/>\nwo jeder \u00e4hnlich einsam ist wie ich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Denn nur dem Einsamen wird offenbart,<br \/>\nund vielen Einsamen der gleichen Art<br \/>\nwird mehr gegeben als dem schmalen Einen.<br \/>\nDenn jedem wird ein andrer Gott erscheinen,<br \/>\nbis sie erkennen, nah am Weinen,<br \/>\ndass durch ihr meilenweites Meinen,<br \/>\ndurch ihr Vernehmen und Verneinen,<br \/>\nverschieden nur in hundert Seinen<br \/>\n<i>ein <\/i>Gott wie eine Welle geht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Das ist das endlichste Gebet,<br \/>\ndas dann die Sehenden sich sagen:<br \/>\nDie Wurzel Gott hat Frucht getragen,<br \/>\ngeht hin, die Glocken zu zerschlagen;<br \/>\nwir kommen zu den stillern Tagen,<br \/>\nin denen reif die Stunde steht.<br \/>\nDie Wurzel Gott hat Frucht getragen.<br \/>\nSeid ernst und seht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">14<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe?<br \/>\nIch bin dein Krug [wenn ich zerscherbe?]<br \/>\nIch bin dein Trank [wenn ich verderbe?]<br \/>\nBin dein Gewand und dein Gewerbe,<br \/>\nmit mir verlierst du deinen Sinn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Nach mir hast du kein Haus, darin<br \/>\ndich Worte, nah und warm, begr\u00fc\u00dfen.<br \/>\nEs f\u00e4llt von deinen m\u00fcden F\u00fc\u00dfen<br \/>\ndie Samtsandale, die ich bin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dein gro\u00dfer Mantel l\u00e4sst dich los.<br \/>\nDein Blick, den ich mit meiner Wange<br \/>\nwarm, wie mit einem Pf\u00fchl, empfange,<br \/>\nwird kommen, wird mich suchen, lange \u2013<br \/>\nund legt beim Sonnenuntergange<br \/>\nsich fremden Steinen in den Scho\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Was wirst du tun, Gott? Ich bin bange.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">15<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du kommst und gehst. Die T\u00fcren fallen<br \/>\nviel sanfter zu, fast ohne Wehn.<br \/>\nDu bist der Leiseste von allen,<br \/>\ndie durch die leisen H\u00e4user gehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Man kann sich so an dich gew\u00f6hnen,<br \/>\ndass man nicht aus dem Buche schaut,<br \/>\nwenn seine Bilder sich versch\u00f6nen,<br \/>\nvon deinem Schatten \u00fcberblaut;<br \/>\nweil dich die Dinge immer t\u00f6nen,<br \/>\nnur einmal leis und einmal laut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Oft wenn ich dich in Sinnen sehe,<br \/>\nverteilt sich deine Allgestalt:<br \/>\nDu gehst wie lauter lichte Rehe<br \/>\nund ich bin dunkel und bin Wald.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist ein Rad, an dem ich stehe:<br \/>\nVon deinen vielen dunkeln Achsen<br \/>\nwird immer wieder eine schwer<br \/>\nund dreht sich n\u00e4her zu mir her,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">und meine willigen Werke wachsen<br \/>\nvon Wiederkehr zu Wiederkehr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">16<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich wei\u00df: Du bist der R\u00e4tselhafte,<br \/>\num den die Zeit in Z\u00f6gern stand.<br \/>\nO wie so sch\u00f6n ich dich erschaffte<br \/>\nin einer Stunde, die mich straffte,<br \/>\nin einer Hoffahrt meiner Hand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich zeichnete viel ziere Risse,<br \/>\nbehorchte alle Hindernisse, \u2013<br \/>\ndann wurden mir die Pl\u00e4ne krank:<br \/>\nEs wirrten sich wie Dorngerank<br \/>\ndie Linien und die Ovale,<br \/>\nbis tief in mir mit einem Male<br \/>\naus einem Griff ins Ungewisse<br \/>\ndie frommste aller Formen sprang.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich kann mein Werk nicht \u00fcberschaun<br \/>\nund f\u00fchle doch: Es steht vollendet.<br \/>\nAber, die Augen abgewendet,<br \/>\nwill ich es immer wieder baun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">17<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du wirst nur mit der Tat erfasst,<br \/>\nmit H\u00e4nden nur erhellt;<br \/>\nein jeder Sinn ist nur ein Gast<br \/>\nund sehnt sich aus der Welt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich geh doch immer auf dich zu<br \/>\nmit meinem ganzen Gehn;<br \/>\ndenn wer bin ich und wer bist du,<br \/>\nwenn wir uns nicht verstehn?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">18<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Es tauchten tausend Theologen<br \/>\nin deines Namens alte Nacht.<br \/>\nJungfrauen sind zu dir erwacht,<br \/>\nund J\u00fcnglinge in Silber zogen<br \/>\nund schimmerten in dir, du Schlacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">In deinen langen Bogeng\u00e4ngen<br \/>\nbegegneten die Dichter sich<br \/>\nund waren K\u00f6nige von Kl\u00e4ngen<br \/>\nund mild und tief und meisterlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist die sanfte Abendstunde,<br \/>\ndie alle Dichter \u00e4hnlich macht;<br \/>\ndu dr\u00e4ngst dich dunkel in die Munde,<br \/>\nund im Gef\u00fchl von einem Funde<br \/>\numgibt ein jeder dich mit Pracht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dich heben hunderttausend Harfen<br \/>\nwie Schwingen aus der Schweigsamkeit.<br \/>\nUnd deine alten Winde warfen<br \/>\nzu allen Dingen und Bedarfen<br \/>\nden Hauch von deiner Herrlichkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">19<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,<br \/>\ndann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.<br \/>\nAber die Worte, eh jeder beginnt,<br \/>\ndiese wolkigen Worte, sind:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Von deinen Sinnen hinausgesandt,<br \/>\ngeh bis an deiner Sehnsucht Rand;<br \/>\ngib mir Gewand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Hinter den Dingen wachse als Brand,<br \/>\ndass ihre Schatten, ausgespannt,<br \/>\nimmer mich ganz bedecken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Lass dir alles geschehn: Sch\u00f6nheit und Schrecken.<br \/>\nMan muss nur gehn: Kein Gef\u00fchl ist das fernste.<br \/>\nLass dich von mir nicht trennen.<br \/>\nNah ist das Land,<br \/>\ndas sie das Leben nennen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du wirst es erkennen<br \/>\nan seinem Ernste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Gib mir die Hand<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">20<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du dunkelnder Grund, geduldig ertr\u00e4gst du die Mauern.<br \/>\nUnd vielleicht erlaubst du noch eine Stunde den St\u00e4dten zu dauern<br \/>\nund gew\u00e4hrst noch zwei Stunden den Kirchen und einsamen Kl\u00f6stern<br \/>\nund l\u00e4ssest f\u00fcnf Stunden noch M\u00fchsal allen Erl\u00f6sern<br \/>\nund siehst noch sieben Stunden das Tagwerk des Bauern \u2013 :<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Eh du wieder Wald wirst und Wasser und wachsende Wildnis<br \/>\nin der Stunde der unerfasslichen Angst,<br \/>\nda du dein unvollendetes Bildnis<br \/>\nvon allen Dingen zur\u00fcckverlangst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Gib mir noch eine kleine Weile Zeit: Ich will die Dinge so wie keiner lieben,<br \/>\nbis sie dir alle w\u00fcrdig sind und weit.<br \/>\nIch will nur sieben Tage, sieben,<br \/>\nauf die sich keiner noch geschrieben,<br \/>\nsieben Seiten Einsamkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">21<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du hast so eine leise Art zu sein.<br \/>\nUnd jene, die dir laute Namen weihn,<br \/>\nsind schon vergessen deiner Nachbarschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">22<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du Williger, und deine Gnade kam<br \/>\nimmer in alle \u00e4ltesten Geb\u00e4rden.<br \/>\nwenn einer die H\u00e4nde zusammenflicht,<br \/>\nso dass sie zahm<br \/>\nund um ein kleines Dunkel sind \u2013 :<br \/>\nAuf einmal f\u00fchlt er dich in ihnen werden,<br \/>\nund wie im Winde<br \/>\nsenkt sich sein Gesicht<br \/>\nin Scham.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und da versucht er, auf dem Stein zu liegen<br \/>\nund aufzustehen, wie er bei andern sieht,<br \/>\nund seine M\u00fche ist, dich einzuwiegen;<br \/>\naus Angst, dass er dein Wachsein schon verriet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Denn wer dich f\u00fchlt, kann sich mit dir nicht br\u00fcsten;<br \/>\ner ist erschrocken, bang um dich und flieht<br \/>\nvor allen Fremden, die dich merken m\u00fcssten:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist das Wunder in den W\u00fcsten,<br \/>\ndas Ausgewanderten geschieht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">23<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, \u2013<br \/>\ndu hast ihn wachsen sehn; \u2013<br \/>\ndie B\u00e4ume fl\u00fcchten. Ihre Flucht<br \/>\nschafft schreitende Alleen.<br \/>\nDa wei\u00dft du, der vor dem sie fliehn<br \/>\nist der, zu dem du gehst,<br \/>\nund deine Sinne singen ihn;<br \/>\nwenn du am Fenster stehst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Des Sommers Wochen standen still,<br \/>\nes stieg der B\u00e4ume Blut;<br \/>\njetzt f\u00fchlst du, dass es fallen will<br \/>\nin den der alles tut.<br \/>\nDu glaubtest schon erkannt die Kraft,<br \/>\nals du die Frucht erfasst;<br \/>\njetzt wird sie wieder r\u00e4tselhaft<br \/>\nund du bist wieder Gast.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Der Sommer war so wie dein Haus,<br \/>\ndrin wei\u00dft du alles stehn \u2013<br \/>\njetzt musst du in dein Herz hinaus<br \/>\nwie in die Ebene gehn.<br \/>\nDie gro\u00dfe Einsamkeit beginnt,<br \/>\ndie Tage werden taub,<br \/>\naus deinen Sinnen nimmt der Wind<br \/>\ndie Welt wie welkes Laub.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Durch ihre leeren Zweige sieht<br \/>\nder Himmel, den du hast;<br \/>\nsei Erde jetzt und Abendlied<br \/>\nund Land, darauf er passt.<br \/>\nDem\u00fctig sei jetzt wie ein Ding,<br \/>\nzu Wirklichkeit gereift, \u2013<br \/>\ndass Der, von dem die Kunde ging,<br \/>\ndich f\u00fchlt, wenn er dich greift.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">24<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bete wieder, du Erlauchter,<br \/>\ndu h\u00f6rst mich wieder durch den Wind,<br \/>\nweil meine Tiefen nie gebrauchter<br \/>\nrauschender Worte m\u00e4chtig sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich war zerstreut; an Widersacher<br \/>\nin St\u00fccken war verteilt mein Ich.<br \/>\nO du, mich lachten alle Lacher,<br \/>\nund alle Trinker tranken mich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">In H\u00f6fen hab ich mich gesammelt<br \/>\naus Abfall und aus altem Glas,<br \/>\nmit halbem Mund dich angestammelt,<br \/>\ndich, Ewiger aus Ebenma\u00df.<br \/>\nWie hob ich meine halben H\u00e4nde<br \/>\nzu dir in namenlosem Flehn,<br \/>\ndass ich die Augen wiederf\u00e4nde,<br \/>\nmit denen ich dich angesehn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich war ein Haus nach einem Brand,<br \/>\ndarin nur M\u00f6rder manchmal schlafen,<br \/>\neh ihre hungerigen Strafen<br \/>\nsie weiterjagen in das Land;<br \/>\nich war wie eine Stadt am Meer,<br \/>\nwenn eine Seuche sie bedr\u00e4ngte,<br \/>\ndie sich wie eine Leiche schwer<br \/>\nden Kindern an die H\u00e4nde h\u00e4ngte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Jetzt bin ich wieder aufgebaut<br \/>\naus allen St\u00fccken meiner Schande,<br \/>\nund sehne mich nach einem Bande,<br \/>\nnach einem einigen Verstande,<br \/>\nder mich wie ein Ding \u00fcberschaut, \u2013<br \/>\nnach deines Herzens gro\u00dfen H\u00e4nden \u2013<br \/>\n[o k\u00e4men sie doch auf mich zu].<br \/>\nIch z\u00e4hle mich, mein Gott, und du,<br \/>\ndu hast das Recht, mich zu verschwenden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">25<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin derselbe noch, der kniete<br \/>\nvor dir in m\u00f6nchischem Gewand:<br \/>\nder tiefe, dienende Levite,<br \/>\nden du erf\u00fcllt<span lang=\"de-at\">, der dich erfand.<br \/>\nDie Stimme einer stillen Zelle,<br \/>\nan der die Welt vor\u00fcberweht, \u2013<br \/>\nund du bist immer noch die Welle,<br \/>\ndie \u00fcber alle <\/span>Dinge<span lang=\"de-at\"> geht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Es<i> ist <\/i>nichts anderes. Nur ein Meer,<br \/>\naus dem die L\u00e4nder manchmal steigen.<br \/>\nEs<i> ist <\/i>nichts andres denn<span lang=\"de-at\"> ein Schweigen<br \/>\nvon sch\u00f6nen Engeln <\/span>und<span lang=\"de-at\"> von Geigen,<br \/>\nund der Verschwiegene ist der,<br \/>\nzu dem sich alle Dinge neigen,<br \/>\nvon seiner St\u00e4rke Strahlen schwer.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Bist du den<span lang=\"de-at\"> alles, \u2013 ich der eine,<br \/>\nder sich ergibt und sich emp\u00f6rt?<br \/>\nBin ich denn nicht das <\/span>Allgemeine<span lang=\"de-at\">,<br \/>\nbin ich nicht<i> alles, <\/i>wenn ich weine,<br \/>\nund du der eine, der es h\u00f6rt?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">H\u00f6rst du denn<span lang=\"de-at\"> etwas neben mir?<br \/>\nSind da noch Stimmen au\u00dfer meiner?<br \/>\nIst da ein Sturm? Auch<\/span> <span lang=\"de-at\">ich bin einer,<br \/>\nund meine W\u00e4lder winken dir.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ist da ein Lied, ein krankes, kleines,<br \/>\ndas dich am<span lang=\"de-at\"> Micherh\u00f6ren<\/span> <span lang=\"de-at\">st\u00f6rt, \u2013<br \/>\nauch ich bin eines, h\u00f6re meines,<br \/>\ndas einsam ist und unerh\u00f6rt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin derselbe<span lang=\"de-at\"> noch, der bange<br \/>\ndich manchmal fragte, wer du seist.<br \/>\nNach jedem Sonnenuntergange<br \/>\nbin ich verwundet und verwaist,<br \/>\nein blasser, allem Abgel\u00f6ster<br \/>\nund ein Verschm\u00e4hter jeder Schar,<br \/>\nund alle Dinge stehn wie Kl\u00f6ster,<br \/>\nin denen ich gefangen war.<br \/>\nDann brauch ich dich, du Eingeweihter,<br \/>\ndu sanfter Nachbar jeder Not,<br \/>\ndu meines Leidens leiser Zweiter,<br \/>\ndu Gott, dann brauch ich dich wie Brot.<br \/>\nDu wei\u00dft vielleicht nicht, wie die N\u00e4chte<br \/>\nf\u00fcr Menschen, die nicht schlafen, sind:<br \/>\nDa sind sie alle Ungerechte,<br \/>\nder Greis, die Jungfrau und das Kind.<br \/>\nSie fahren auf wie totgesagt,<br \/>\nvon schwarzen dingen nah umgeben;<br \/>\nund ihre wei\u00dfen H\u00e4nde beben,<br \/>\nverwoben in ein wildes Leben<br \/>\nwie Hunde in ein Bild der Jagd.<br \/>\nVergangenes steht noch bevor,<br \/>\nund in der Zukunft liegen Leichen,<br \/>\nein Mann im Mantel pocht am Tor,<br \/>\nund mit dem Auge und dem Ohr<br \/>\nist noch kein erstes Morgenzeichen,<br \/>\nkein Hahnruf ist noch zu erreichen.<br \/>\nDie Nacht ist wie ein gro\u00dfes Haus.<br \/>\nUnd mit der Angst der wunden H\u00e4nde<br \/>\nrei\u00dfen sie T\u00fcren in die W\u00e4nde, \u2013<br \/>\ndann kommen G\u00e4nge <\/span>ohne<span lang=\"de-at\"> ende,<br \/>\nund nirgends ist ein Tor hinaus.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und so, mein Gott<span lang=\"de-at\">, ist<i> jede <\/i>Nacht;<br \/>\nimmer sind welche aufgewacht,<br \/>\ndie gehn und gehn und dich nicht finden.<br \/>\nH\u00f6rst du sie mit dem Schritt von Blinden<br \/>\ndas Dunkel treten?<br \/>\nAuf Treppen, die sich niederwinden,<br \/>\nh\u00f6rst du sie beten?<br \/>\nH\u00f6rst du sie fallen auf den schwarzen Steinen?<br \/>\nDu musst sie weinen h\u00f6ren; <\/span>denn<span lang=\"de-at\"> sie weinen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich suche dich, weil sie vor\u00fcbergehn<br \/>\nan meiner T\u00fcr<span lang=\"de-at\">. Ich kann sie beinah sehn.<br \/>\nWen soll ich rufen, wenn nicht den,<br \/>\nder dunkel ist und n\u00e4chtiger als Nacht.<br \/>\nDein Einzigen, der ohne Lampe wacht<br \/>\nund doch nicht bangt; den Tiefen, den das Licht<br \/>\nnoch nicht verw\u00f6hnt hat und von dem ich wei\u00df,<br \/>\nweil er mit B\u00e4umen aus der Erde bricht<br \/>\nund weil er leis<br \/>\nals Duft in mein gesenktes Angesicht<br \/>\naus Erde steigt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">26<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">L\u00f6sch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,<br \/>\nwirf mir die Ohren zu: ich kann dich h\u00f6ren,<br \/>\nund ohne F\u00fc\u00dfe kann ich zu dir gehn,<br \/>\nund ohne Mund noch kann ich dich beschw\u00f6ren.<br \/>\nBrich mir die Arme ab, ich fasse dich<br \/>\nmit meinem Herzen wie mit einer Hand,<br \/>\nhalt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,<br \/>\nund wirfst du <span lang=\"de-at\">in mein Hirn den Brand,<br \/>\nso werd ich dich auf meinem Blute tragen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">27<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und auch, die lieben, sammeln f\u00fcr dich ein:<br \/>\nSie sind die Dichter einer kurzen Stunde,<br \/>\nsie k\u00fcssen einem<span lang=\"de-at\"> ausdruckslosen Munde<br \/>\nein L\u00e4cheln auf, als formten sie ihn sch\u00f6ner,<br \/>\nund bringen Lust und sind die Angew\u00f6hner<br \/>\nzu Schmerzen, welche erst erwachsen machen.<br \/>\nSie bringen Leiden mit in ihrem Lachen,<br \/>\nSehns\u00fcchte, welche schlafen, und erwachen,<br \/>\num aufzuweinen in der fremden Brust.<br \/>\nSie h\u00e4ufen R\u00e4tselhaftes an und sterben,<br \/>\nwie Tiere sterben, ohne zu begreifen, \u2013<br \/>\naber sie werden vielleicht Enkel haben,<br \/>\nin denen ihre gr\u00fcnen Leben reifen;<br \/>\ndurch diese wirst du jene Liebe erben,<br \/>\ndie sie sich blind und wie im <\/span>Schlafe<span lang=\"de-at\"> gaben.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">So flie\u00dft der Dinge \u00dcberfluss dir zu.<br \/>\nUnd wie die obern Becken von Font\u00e4nen<br \/>\nbest\u00e4ndig \u00fcberstr\u00f6men, wie von Str\u00e4hnen<br \/>\ngel\u00f6sten Haares, in die tiefste Schale, \u2013<br \/>\nso f\u00e4llt die F\u00fclle<span lang=\"de-at\"> dir in deine Tale,<br \/>\nwenn Dinge und Gedanken \u00fcbergehn.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">28<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Alle, welche dich suchen, versuchen dich.<br \/>\nUnd die<span lang=\"de-at\">, so dich finden, binden dich<br \/>\nan Bild und <\/span>Geb\u00e4rde<span lang=\"de-at\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich aber will dich begreifen<br \/>\nwie dich die Erde <span lang=\"de-at\">begreift;<br \/>\nmit <\/span>meinem<span lang=\"de-at\"> Reifen<br \/>\nreift<br \/>\ndein Reich.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich will von<span lang=\"de-at\"> dir keine <\/span>Eitelkeit<span lang=\"de-at\">,<br \/>\ndie dich beweist.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich wei\u00df, dass die<span lang=\"de-at\"> Zeit<br \/>\nanders <\/span>hei\u00dft<span lang=\"de-at\"><br \/>\nals du.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Tu mir kein Wunder zulieb.<br \/>\nGib deinen Gesetzen Recht,<br \/>\ndie von Geschlecht<span lang=\"de-at\"> zu Geschlecht<br \/>\nsichtbarer sind.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">29<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wenn etwas mir vom Fenster f\u00e4llt<br \/>\n[und wenn es auch das Kleinste w\u00e4re]<br \/>\nwie st\u00fcrzt sich das Gesetz der Schwere<br \/>\ngewaltig wie ein Wind vom Meere<br \/>\nauf jeden Ball und jede Beere<br \/>\nund tr\u00e4gt sie in den Kern<span lang=\"de-at\"> der Welt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ein jedes Ding ist \u00fcberwacht<br \/>\nvon einer flugbereiten G\u00fcte<br \/>\nwie jeder Stein und jede Bl\u00fcte<br \/>\nund jedes kleine Kind bei Nacht.<br \/>\nNur wir, in unsrer<span lang=\"de-at\"> Hoffahrt, dr\u00e4ngen<br \/>\naus einigen Zusammenh\u00e4ngen<br \/>\nin einer Freiheit <\/span>leeren<span lang=\"de-at\"> Raum,<br \/>\nstatt, klugen Kr\u00e4ften hingegeben,<br \/>\nuns aufzuheben wie ein Baum.<br \/>\nStatt in die weitesten Geleise<br \/>\nsich still und willig einzureihn,<br \/>\nverkn\u00fcpft man sich auf manche Weise, \u2013<br \/>\nund wer sich ausschlie\u00dft jedem Kreise,<br \/>\nist jetzt so namenlos allein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Da muss er lernen von den Dingen,<br \/>\nanfangen wieder wie ein Kind,<br \/>\nweil sie, die Gott am Herzen hingen,<br \/>\nnicht von ihm fortgegangen sind.<br \/>\nEins muss er wieder k\u00f6nnen:<i> fallen,<\/i><br \/>\ngeduldig in<span lang=\"de-at\"> der Schwere ruhn,<br \/>\nder sich verma\u00df, den V\u00f6geln allen<br \/>\nim Fliegen es zuvorzutun.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">30<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist die Zukunft, gro\u00dfes Morgenrot<br \/>\n\u00fcber den Ebenen der Ewigkeit.<br \/>\nDu bist der Hahnschrei<span lang=\"de-at\"> nach der Nacht der Zeit,<br \/>\nder Tau, die Morgenmette und die Maid,<br \/>\nder fremde Mann, die Mutter<\/span> <span lang=\"de-at\">und der Tod.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist die sich verwandelnde Gestalt,<br \/>\ndie immer einsam aus dem Schicksal ragt,<br \/>\ndie unbejubelt<span lang=\"de-at\"> bleibt und <\/span>unbeklagt<span lang=\"de-at\"><br \/>\nund unbeschrieben wie ein wilder Wald.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist der Dinge tiefer Inbegriff,<br \/>\nder seines Wesens letztes Wort verschweigt<br \/>\nund sich den <span lang=\"de-at\">andern immer anders zeigt:<br \/>\ndem Schiff als K\u00fcste und dem Land als Schiff.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">31<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Alles wird wieder gro\u00df sein und gewaltig.<br \/>\nDie Lande einfach und die Wasser faltig,<br \/>\ndie B\u00e4ume riesig und sehr klein die Mauern;<br \/>\nund in den T\u00e4lern, stark und <span lang=\"de-at\">vielgestaltig,<br \/>\nein Volk von <\/span>Hirten<span lang=\"de-at\"> und von Ackerbauern.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und keine Kirchen, welche Gott umklammern<br \/>\nwie einen Fl\u00fcchtling und ihn <span lang=\"de-at\">dann bejammern<br \/>\nwie ein <\/span>gefangenes<span lang=\"de-at\"> und wundes Tier, \u2013<br \/>\ndie H\u00e4user gastlich allen Einlassklopfern<br \/>\nund ein Gef\u00fchl von unbegrenztem Opfern<br \/>\nin allem Handeln und in dir und mir.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Kein Jenseitswarten und kein Schaun nach dr\u00fcben,<br \/>\nnur Sehnsucht<span lang=\"de-at\">, auch den Tod nicht zu entweihn<br \/>\nund dienend sich am Irdischen zu \u00fcben,<br \/>\num seinen H\u00e4nden nicht mehr neu zu sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">32<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Auch du wirst gro\u00df sein. Gr\u00f6\u00dfer noch als einer,<br \/>\nder jetzt schon leben muss, dich sagen kann.<br \/>\nViel ungew\u00f6hnlicher<span lang=\"de-at\"> und <\/span>ungemeiner<span lang=\"de-at\"><br \/>\nund noch viel \u00e4lter als ein alter Mann.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Man wird dich f\u00fchlen: dass ein Duften ginge<br \/>\naus eines Gartens <span lang=\"de-at\">naher <\/span>Gegenwart<span lang=\"de-at\">;<br \/>\nund wie ein Kranker seine liebsten Dinge<br \/>\nwird man dich lieben ahnungsvoll und zart.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Es wird kein Beten geben, das die Leute<br \/>\nzusammenschart. Du<i> bist <\/i>nicht im Verein;<br \/>\nund wer dich f\u00fchlte<span lang=\"de-at\"> und sich an dir freute,<br \/>\nwird wie der Einzige auf Erden sein:<br \/>\nEin Ausgesto\u00dfener und ein Vereinter,<br \/>\ngesammelt und vergeudet doch zugleich;<br \/>\nein L\u00e4chelnder und doch ein Halbverweinter,<br \/>\nklein wie ein Haus und m\u00e4chtig wie ein Reich.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">33<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du musst nicht bangen, Gott. Sie sagen:<i> mein<\/i><br \/>\nzu allen Dingen<span lang=\"de-at\">, die geduldig sind.<br \/>\nSie sind wie Wind, der an die <\/span>Zweige<span lang=\"de-at\"> streift<br \/>\nund sagt:<i> mein <\/i>Baum.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Sie merken kaum,<br \/>\nwie alles gl\u00fcht<span lang=\"de-at\">, was ihre Hand ergreift, \u2013<br \/>\nso dass sie&#8217;s auch an seinem <\/span>letzten<span lang=\"de-at\"> Saum<br \/>\nnicht halten k\u00f6nnten ohne <\/span>zu<span lang=\"de-at\"> verbrennen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Sie sagen<i> mein, <\/i>wie manchmal einer gern<br \/>\nden F\u00fcrsten Freund nennt im Gespr\u00e4ch mit Bauern,<br \/>\nwenn dieser F\u00fcrst sehr<span lang=\"de-at\"> gro\u00df ist und \u2013 sehr fern.<br \/>\nSie sagen<i> mein <\/i>von ihren fremden Mauern<br \/>\nund kennen gar nicht ihres Hauses Herrn.<br \/>\nSie sagen mein und nennen das Besitz,<br \/>\nwenn jedes Ding sich schlie\u00dft, dem sie sich nahn,<br \/>\nso wie ein abgeschmackter Scharlatan<br \/>\nvielleicht die Sonne sein nennt und den Blitz.<br \/>\nSo sagen sie: mein Leben, meine Frau,<br \/>\nmein Hund, mein Kind, und wissen doch genau,<br \/>\ndass alles: Leben, Frau und Hund und Kind<br \/>\nfremde Gebilde sind, daran sie blind<br \/>\nmit ihren ausgestreckten H\u00e4nden sto\u00dfen.<br \/>\nGewissheit freilich ist das nur den Gro\u00dfen,<br \/>\ndie sich nach Augen sehnen. Denn die andern<br \/>\n<i>wollens <\/i>nicht h\u00f6ren, dass ihr armes Wandern<br \/>\nmit keinem Dinge rings zusammenh\u00e4ngt,<br \/>\ndass sie, von ihrer Habe <\/span>fortgedr\u00e4ngt<span lang=\"de-at\">,<br \/>\nnicht anerkannt von ihrem Eigentume,<br \/>\ndas Weib so wenig<i> haben <\/i>wie die Blume,<br \/>\ndie eines fremden Leben ist f\u00fcr alle.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Falle nicht, Gott, aus deinem Gleichgewicht.<br \/>\nAuch der dich liebt und der dein Angesicht<br \/>\nerkennt im Dunkel<span lang=\"de-at\">, wenn er wie ein Licht<br \/>\nin deinem Atem schwankt, \u2013 besitzt dich nicht.<br \/>\nUnd wenn dich einer in der Nacht erfasst,<br \/>\nso dass du kommen musst in sein <\/span>Gebet<span lang=\"de-at\">:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist der <span lang=\"de-at\">Gast,<br \/>\nder wieder weiter <\/span>geht<span lang=\"de-at\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wer kann dich halten, Gott? Denn du bist dein,<br \/>\nvon keines Eigent\u00fcmers<span lang=\"de-at\"> Hand gest\u00f6rt,<br \/>\nso wie der noch nicht ausgereifte Wein,<br \/>\nder immer s\u00fc\u00dfer wird, sich selbst geh\u00f6rt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">34<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">In tiefen N\u00e4chten grab ich dich, du Schatz.<br \/>\nDenn alle \u00dcberfl\u00fcsse, die ich sah,<br \/>\nsind Armut und armseliger Ersatz<br \/>\nf\u00fcr deine Sch\u00f6nheit<span lang=\"de-at\">, die <\/span>noch<span lang=\"de-at\"> nie geschah.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Aber der Weg zu dir ist furchtbar weit<br \/>\nund, weil ihn lange keiner ging, verweht.<br \/>\nO du bist einsam.<span lang=\"de-at\"> Du bist<\/span> <span lang=\"de-at\">Einsamkeit,<br \/>\ndu Herz, das zu entfernten Talen geht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und meine H\u00e4nde, welche blutig sind<br \/>\nvom Graben, heb <span lang=\"de-at\">ich offen in den Wind,<br \/>\nso dass sie sich verzweigen wie ein Baum.<br \/>\nIch sauge dich mit ihnen aus dem Raum<br \/>\nals h\u00e4ttest du dich einmal dort zerschellt<br \/>\nin einer ungeduldigen Geb\u00e4rde,<br \/>\nund fielest jetzt, eine zerst\u00e4ubte Welt,<br \/>\naus fernen Sternen wieder auf die Erde<br \/>\nsanft wie ein Fr\u00fchlingsregen f\u00e4llt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">35<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich will ihn preisen. Wie vor einem Heere<br \/>\ndie H\u00f6rner gehen, will ich gehn und schrein.<br \/>\nMein Blut soll lauter<span lang=\"de-at\"> rauschen denn die Meere,<br \/>\nmein Wort soll s\u00fc\u00df sein, dass man sein begehre,<br \/>\nund doch nicht irre <\/span>machen<span lang=\"de-at\"> wie der Wein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und in den Fr\u00fchlingsn\u00e4chten, wenn nicht viele<br \/>\ngeblieben sind um meine Lagerstatt,<br \/>\ndann will ich bl\u00fchn in <\/span><span style=\"font-family: Georgia;\">meinem<span lang=\"de-at\"> Saitenspiele<br \/>\nso leise wie die n\u00f6rdlichen Aprile,<br \/>\ndie sp\u00e4t und \u00e4ngstlich sind um jedes Blatt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Denn meine Stimme wuchs nach zweien Seiten<br \/>\nund ist ein Duften worden und ein Schrein:<br \/>\ndie eine will den <\/span><span style=\"font-family: Georgia;\">Fernen<span lang=\"de-at\"> vorbereiten,<br \/>\ndie andere muss meiner Einsamkeiten<br \/>\nGesicht und Seligkeit und Engel sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Georgia; font-size: small;\">Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch, enthaltend die drei B\u00fccher Vom m\u00f6nchischen Leben, Von der Pilgerschaft, Von der Armut und vom Tode, Insel Verlag, Frankfurt am Main 1905<br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Das_Stundenbuch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volltext: Wikisource<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia; font-size: small;\"><span style=\"color: #777777;\">Rainer Maria Rilke schildert den Entstehungsprozess des Stunden-Buches in einem<\/span> <a href=\"http:\/\/www.marschler.at\/worte-rilke-briefe-gerding.htm\">&gt; Brief an Marlise Gerding.<\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"bottom\" height=\"60\"><span style=\"font-family: Arial;\"><a href=\"http:\/\/www.marschler.at\/worte-rilke-inhalt.htm\">Rainer Maria Rilke<\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>oder,<\/p>\n<p>und wenn du hinf\u00fchst, f\u00fchlst du es: derselbe Text, nur genommen von beiden, und v\u00f6llit anders hingestellt: scheint zweierlei Geber Kind, und zweierlei.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #ff9900;\">https:\/\/www.gutenberg.org\/files\/24288\/24288-h\/24288-h.htm\u00a0<\/span><\/h6>\n<div class=\"poem\"><\/div>\n<div class=\"poem\">\n<div><\/div>\n<div class=\"stanza\" style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><em>Mir ergibt sich immerhin, man soll <\/em><\/span><\/div>\n<div class=\"stanza\" style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><em>sich immer besser zu geb\u00e4ren lernen. Das erfrischt <\/em><\/span><\/div>\n<div class=\"stanza\" style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><em>das einem eigene <\/em><\/span><\/div>\n<div class=\"stanza\" style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><em>Sichgeb\u00e4rden sehr <\/em><\/span><\/div>\n<div class=\"stanza\" style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #ffcc00;\"><em>sch\u00f6n.<\/em><\/span><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>und solange Menschen noch gerne von H\u00f6llen wegsehen, k\u00f6nnen solche Holle-Gott-Theateranten diese f\u00fcr alle als Mitanteil bewahren. &nbsp; Wahrhaftigkeit &nbsp; wird immer wieder hintertrieben, scheint nur daf\u00fcr sogar dazusein. &nbsp; __________ &nbsp; V\u00f6llig nett ist HIER ja die Frage; is dschaiina involved ?_ \u00a0und wenn, dann mit welchem Stil. Interessanterweise wird colportiert, die Queen habe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-44926","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=44926"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/44926\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=44926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=44926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=44926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}