{"id":37420,"date":"2019-11-15T21:01:09","date_gmt":"2019-11-15T20:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orgelimstephansdom.at\/?p=37420"},"modified":"2019-11-15T21:01:09","modified_gmt":"2019-11-15T20:01:09","slug":"fuer-dich-und-mich-die-wir-viel-zu-lange-auf-von-anderen-bestimmten-wegen-gehen-und-uns-selbst-nicht-kennen-und-darum-nicht-gott-den-lebenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/?p=37420","title":{"rendered":"f\u00fcr Dich und mich, die wir viel zu lange auf von anderen bestimmten Wegen gehen, und uns selbst nicht kennen, und darum nicht Gott, den Lebenden"},"content":{"rendered":"<table id=\"AutoNumber1\" border=\"0\" width=\"560\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" height=\"53\"><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\">Rainer Maria Rilke<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\"><span style=\"color: #777777; font-family: Arial; font-size: medium;\">1<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wir d\u00fcrfen dich nicht eigenm\u00e4chtig malen,<br \/>\ndu D\u00e4mmernde, aus der der Morgen stieg.<br \/>\nWir holen aus den alten Farbenschalen<br \/>\ndie gleichen Striche und die gleichen Strahlen,<br \/>\nmit denen dich der Heilige verschwieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wir bauen Bilder vor dir auf wie W\u00e4nde;<br \/>\nso dass schon tausend Mauern um dich stehn.<br \/>\nDenn dich verh\u00fcllen unsre frommen H\u00e4nde,<br \/>\nsooft dich unsre Herzen offen sehn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">2<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden,<br \/>\nin welchen meine Sinne sich vertiefen;<br \/>\nin ihnen hab ich, wie in alten Briefen,<br \/>\nmein t\u00e4glich Leben schon gelebt gefunden<br \/>\nund wie Legende weit und \u00fcberwunden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Aus ihnen kommt mir Wissen, dass ich Raum<br \/>\nzu einem zweiten, zeitlos breiten Leben habe.<br \/>\nUnd manchmal bin ich wie der Baum,<br \/>\nder, reif und rauschend, \u00fcber einem Grabe<br \/>\n<i>den <\/i>Traum erf\u00fcllt, den der vergangne Knabe<br \/>\n[um den sich seine warmen Wurzeln dr\u00e4ngen]<br \/>\nverlor in Traurigkeiten und Ges\u00e4ngen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">3<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manches Mal<br \/>\nin langer Nacht mit hartem Klopfen st\u00f6re, \u2013<br \/>\nso ists, weil ich dich selten atmen h\u00f6re<br \/>\nund wei\u00df: Du bist allein im Saal.<br \/>\nUnd wenn du etwas brauchst, ist keiner da,<br \/>\num deinem Tasten einen Trank zu reichen:<br \/>\nIch horche immer. Gib ein kleines Zeichen.<br \/>\nIch bin ganz nah.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Nur eine schmale Wand ist zwischen uns,<br \/>\ndurch Zufall; denn es k\u00f6nnte sein:<br \/>\nEin Rufen deines oder meines Munds \u2013<br \/>\nund sie bricht ein<br \/>\nganz ohne L\u00e4rm und Laut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Aus deinen Bildern ist sie aufgebaut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und deine Bilder stehn vor dir wie Namen.<br \/>\nUnd wenn einmal das Licht in mir entbrennt,<br \/>\nmit welchem meine Tiefe dich erkennt,<br \/>\nvergeudet sichs als Glanz auf ihren Rahmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und meine Sinne, welche schnell erlahmen,<br \/>\nsind ohne Heimat und von dir getrennt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">4<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wenn es nur einmal so ganz stille w\u00e4re.<br \/>\nWenn das Zuf\u00e4llige und Ungef\u00e4hre<br \/>\nverstummte und das nachbarliche Lachen,<br \/>\nwenn das Ger\u00e4usch, das meine Sinne machen,<br \/>\nmich nicht so sehr verhinderte am Wachen \u2013 :<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dann k\u00f6nnte ich in einem tausendfachen<br \/>\nGedanken bis an deinen Rand dich denken<br \/>\nund dich besitzen [nur ein L\u00e4cheln lang],<br \/>\num dich an alles Leben zu verschenken<br \/>\nwie einen Dank.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">5<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich glaube an alles noch nie Gesagte.<br \/>\nIch will meine fr\u00f6mmsten Gef\u00fchle befrein.<br \/>\nWas noch keiner zu wollen wagte,<br \/>\nwird mir einmal unwillk\u00fcrlich sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Mit diesem Hinfluten, mit diesem M\u00fcnden<br \/>\nin breiten Armen ins offene Meer,<br \/>\nmit dieser wachsenden Wiederkehr<br \/>\nwill ich dich bekennen, will ich dich verk\u00fcnden<br \/>\nwie keiner vorher.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">6<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin auf der Welt zu allein und doch nicht allein genug,<br \/>\num jede Stunde zu weihn.<br \/>\nIch bin auf der Welt zu gering und doch nicht klein genug,<br \/>\num vor dir zu sein wie ein Ding,<br \/>\ndunkel und klug.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich will dich immer spiegeln in ganzer Gestalt,<br \/>\nund will niemals blind sein oder zu alt,<br \/>\num dein schweres, schwankendes Bild zu halten.<br \/>\nIch will mich entfalten.<br \/>\nNirgends will ich gebogen bleiben;<br \/>\ndenn dort bin ich gelogen, wo ich gebogen bin.<br \/>\nUnd ich will meinen Sinn wahr vor dir \u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">7<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wer seines Lebens viele Widersinne<br \/>\nvers\u00f6hnt und dankbar in ein Sinnbild fasst,<br \/>\nder dr\u00e4ngt<br \/>\ndie L\u00e4rmenden aus dem Palast,<br \/>\nwird<i> anders <\/i>festlich, und du bist der Gast,<br \/>\nden er an sanften Abenden empf\u00e4ngt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist der Zweite seiner Einsamkeit,<br \/>\ndie ruhige Mitte seinen Monologen;<br \/>\nund jeder Kreis, um dich gezogen,<br \/>\nspannt ihm den Zirkel aus der Zeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">8<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Was irren meine H\u00e4nde in den Pinseln?<br \/>\nWenn ich dich<i> male, <\/i>Gott, du merkst es kaum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich f\u00fchle dich. An meiner Sinne Saum<br \/>\nbeginnst du z\u00f6gernd, wie mit vielen Inseln,<br \/>\nund deinen Augen, welche niemals blinseln,<br \/>\nbin ich der Raum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist nicht mehr inmitten deines Glanzes,<br \/>\nwo alle Linien des Engeltanzes<br \/>\ndie Fernen dir verbrauchen wie Musik, \u2013<br \/>\ndu wohnst in deinem allerletzten Haus.<br \/>\nDein ganzer Himmel horcht in mich hinaus,<br \/>\nweil ich mich sinnend dir verschwieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">9<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin, du \u00c4ngstlicher. H\u00f6rst du mich nicht<br \/>\nmit allen meinen Sinnen an dir branden?<br \/>\nMeine Gef\u00fchle, welche Fl\u00fcgel fanden,<br \/>\numkreisen wei\u00df dein Angesicht.<br \/>\nSiehst du nicht meine Seele, wie sie dicht<br \/>\nvor dir in einem Kleid aus Stille steht?<br \/>\nReift nicht mein mailiches Gebet<br \/>\nan deinem Blicke wie an einem Baum?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wenn du der Tr\u00e4umer bist, bin ich dein Traum.<br \/>\nDoch wenn du wachen willst, bin ich dein Wille<br \/>\nund werde m\u00e4chtig aller Herrlichkeit<br \/>\nund r\u00fcnde mich wie eine Sternenstille<br \/>\n\u00fcber der wunderlichen Stadt der Zeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial; font-size: medium;\">10<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich finde dich in allen diesen Dingen,<br \/>\ndenen ich gut und wie ein Bruder bin;<br \/>\nals Samen sonnst du dich in den geringen<br \/>\nund in den gro\u00dfen gibst du gro\u00df dich hin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Das ist das wundersame Spiel der Kr\u00e4fte,<br \/>\ndass sie so dienend durch die Dinge gehn:<br \/>\nin Wurzeln wachsend, schwindend in die Sch\u00e4fte<br \/>\nund in den Wipfeln wie ein Auferstehn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">11<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz,<br \/>\nan dem wir reiften, da wir mit ihm rangen;<br \/>\ndu gro\u00dfes Heimweh, das wir nicht bezwangen,<br \/>\ndu Wald, aus dem wir nie hinausgegangen,<br \/>\ndu Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen,<br \/>\ndu dunkles Netz,<br \/>\ndarin sich fl\u00fcchtend die Gef\u00fchle fangen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du hast dich so unendlich gro\u00df begonnen<br \/>\nan jenem Tage, da du uns begannst, \u2013<br \/>\nund wir sind so gereift in deinen Sonnen,<br \/>\nso breit geworden und so tief gepflanzt,<br \/>\ndass du in Menschen, Engeln und Madonnen<br \/>\ndich ruhend jetzt vollenden kannst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">12<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist so gro\u00df, dass ich schon nicht mehr bin,<br \/>\nwenn ich mich nur in deine N\u00e4he stelle.<br \/>\nDu bist so dunkel; meine kleine Helle<br \/>\nan deinem Saum hat keinen Sinn.<br \/>\nDein Wille geht wie eine Welle<br \/>\nund jeder Tag ertrinkt darin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Nur meine Sehnsucht ragt dir bis ans Kinn<br \/>\nund steht vor dir wie aller Engel gr\u00f6\u00dfter:<br \/>\nein fremder, bleicher und noch unerl\u00f6ster,<br \/>\nund h\u00e4lt dir seine Fl\u00fcgel hin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">13<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Mit einem Ast, der jenem niemals glich,<br \/>\nwird Gott, der Baum, auch einmal sommerlich<br \/>\nverk\u00fcndend werden und aus Reife rauschen;<br \/>\nin einem Lande, wo die Menschen lauschen,<br \/>\nwo jeder \u00e4hnlich einsam ist wie ich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Denn nur dem Einsamen wird offenbart,<br \/>\nund vielen Einsamen der gleichen Art<br \/>\nwird mehr gegeben als dem schmalen Einen.<br \/>\nDenn jedem wird ein andrer Gott erscheinen,<br \/>\nbis sie erkennen, nah am Weinen,<br \/>\ndass durch ihr meilenweites Meinen,<br \/>\ndurch ihr Vernehmen und Verneinen,<br \/>\nverschieden nur in hundert Seinen<br \/>\n<i>ein <\/i>Gott wie eine Welle geht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Das ist das endlichste Gebet,<br \/>\ndas dann die Sehenden sich sagen:<br \/>\nDie Wurzel Gott hat Frucht getragen,<br \/>\ngeht hin, die Glocken zu zerschlagen;<br \/>\nwir kommen zu den stillern Tagen,<br \/>\nin denen reif die Stunde steht.<br \/>\nDie Wurzel Gott hat Frucht getragen.<br \/>\nSeid ernst und seht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">14<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Was wirst du tun, Gott, wenn ich sterbe?<br \/>\nIch bin dein Krug [wenn ich zerscherbe?]<br \/>\nIch bin dein Trank [wenn ich verderbe?]<br \/>\nBin dein Gewand und dein Gewerbe,<br \/>\nmit mir verlierst du deinen Sinn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Nach mir hast du kein Haus, darin<br \/>\ndich Worte, nah und warm, begr\u00fc\u00dfen.<br \/>\nEs f\u00e4llt von deinen m\u00fcden F\u00fc\u00dfen<br \/>\ndie Samtsandale, die ich bin.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dein gro\u00dfer Mantel l\u00e4sst dich los.<br \/>\nDein Blick, den ich mit meiner Wange<br \/>\nwarm, wie mit einem Pf\u00fchl, empfange,<br \/>\nwird kommen, wird mich suchen, lange \u2013<br \/>\nund legt beim Sonnenuntergange<br \/>\nsich fremden Steinen in den Scho\u00df.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Was wirst du tun, Gott? Ich bin bange.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">15<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du kommst und gehst. Die T\u00fcren fallen<br \/>\nviel sanfter zu, fast ohne Wehn.<br \/>\nDu bist der Leiseste von allen,<br \/>\ndie durch die leisen H\u00e4user gehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Man kann sich so an dich gew\u00f6hnen,<br \/>\ndass man nicht aus dem Buche schaut,<br \/>\nwenn seine Bilder sich versch\u00f6nen,<br \/>\nvon deinem Schatten \u00fcberblaut;<br \/>\nweil dich die Dinge immer t\u00f6nen,<br \/>\nnur einmal leis und einmal laut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Oft wenn ich dich in Sinnen sehe,<br \/>\nverteilt sich deine Allgestalt:<br \/>\nDu gehst wie lauter lichte Rehe<br \/>\nund ich bin dunkel und bin Wald.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist ein Rad, an dem ich stehe:<br \/>\nVon deinen vielen dunkeln Achsen<br \/>\nwird immer wieder eine schwer<br \/>\nund dreht sich n\u00e4her zu mir her,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">und meine willigen Werke wachsen<br \/>\nvon Wiederkehr zu Wiederkehr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">16<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich wei\u00df: Du bist der R\u00e4tselhafte,<br \/>\num den die Zeit in Z\u00f6gern stand.<br \/>\nO wie so sch\u00f6n ich dich erschaffte<br \/>\nin einer Stunde, die mich straffte,<br \/>\nin einer Hoffahrt meiner Hand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich zeichnete viel ziere Risse,<br \/>\nbehorchte alle Hindernisse, \u2013<br \/>\ndann wurden mir die Pl\u00e4ne krank:<br \/>\nEs wirrten sich wie Dorngerank<br \/>\ndie Linien und die Ovale,<br \/>\nbis tief in mir mit einem Male<br \/>\naus einem Griff ins Ungewisse<br \/>\ndie frommste aller Formen sprang.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich kann mein Werk nicht \u00fcberschaun<br \/>\nund f\u00fchle doch: Es steht vollendet.<br \/>\nAber, die Augen abgewendet,<br \/>\nwill ich es immer wieder baun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">17<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du wirst nur mit der Tat erfasst,<br \/>\nmit H\u00e4nden nur erhellt;<br \/>\nein jeder Sinn ist nur ein Gast<br \/>\nund sehnt sich aus der Welt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich geh doch immer auf dich zu<br \/>\nmit meinem ganzen Gehn;<br \/>\ndenn wer bin ich und wer bist du,<br \/>\nwenn wir uns nicht verstehn?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">18<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Es tauchten tausend Theologen<br \/>\nin deines Namens alte Nacht.<br \/>\nJungfrauen sind zu dir erwacht,<br \/>\nund J\u00fcnglinge in Silber zogen<br \/>\nund schimmerten in dir, du Schlacht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">In deinen langen Bogeng\u00e4ngen<br \/>\nbegegneten die Dichter sich<br \/>\nund waren K\u00f6nige von Kl\u00e4ngen<br \/>\nund mild und tief und meisterlich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist die sanfte Abendstunde,<br \/>\ndie alle Dichter \u00e4hnlich macht;<br \/>\ndu dr\u00e4ngst dich dunkel in die Munde,<br \/>\nund im Gef\u00fchl von einem Funde<br \/>\numgibt ein jeder dich mit Pracht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dich heben hunderttausend Harfen<br \/>\nwie Schwingen aus der Schweigsamkeit.<br \/>\nUnd deine alten Winde warfen<br \/>\nzu allen Dingen und Bedarfen<br \/>\nden Hauch von deiner Herrlichkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">19<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,<br \/>\ndann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.<br \/>\nAber die Worte, eh jeder beginnt,<br \/>\ndiese wolkigen Worte, sind:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Von deinen Sinnen hinausgesandt,<br \/>\ngeh bis an deiner Sehnsucht Rand;<br \/>\ngib mir Gewand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Hinter den Dingen wachse als Brand,<br \/>\ndass ihre Schatten, ausgespannt,<br \/>\nimmer mich ganz bedecken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Lass dir alles geschehn: Sch\u00f6nheit und Schrecken.<br \/>\nMan muss nur gehn: Kein Gef\u00fchl ist das fernste.<br \/>\nLass dich von mir nicht trennen.<br \/>\nNah ist das Land,<br \/>\ndas sie das Leben nennen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du wirst es erkennen<br \/>\nan seinem Ernste.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Gib mir die Hand<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">20<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du dunkelnder Grund, geduldig ertr\u00e4gst du die Mauern.<br \/>\nUnd vielleicht erlaubst du noch eine Stunde den St\u00e4dten zu dauern<br \/>\nund gew\u00e4hrst noch zwei Stunden den Kirchen und einsamen Kl\u00f6stern<br \/>\nund l\u00e4ssest f\u00fcnf Stunden noch M\u00fchsal allen Erl\u00f6sern<br \/>\nund siehst noch sieben Stunden das Tagwerk des Bauern \u2013 :<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Eh du wieder Wald wirst und Wasser und wachsende Wildnis<br \/>\nin der Stunde der unerfasslichen Angst,<br \/>\nda du dein unvollendetes Bildnis<br \/>\nvon allen Dingen zur\u00fcckverlangst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Gib mir noch eine kleine Weile Zeit: Ich will die Dinge so wie keiner lieben,<br \/>\nbis sie dir alle w\u00fcrdig sind und weit.<br \/>\nIch will nur sieben Tage, sieben,<br \/>\nauf die sich keiner noch geschrieben,<br \/>\nsieben Seiten Einsamkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">21<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du hast so eine leise Art zu sein.<br \/>\nUnd jene, die dir laute Namen weihn,<br \/>\nsind schon vergessen deiner Nachbarschaft.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">22<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du Williger, und deine Gnade kam<br \/>\nimmer in alle \u00e4ltesten Geb\u00e4rden.<br \/>\nwenn einer die H\u00e4nde zusammenflicht,<br \/>\nso dass sie zahm<br \/>\nund um ein kleines Dunkel sind \u2013 :<br \/>\nAuf einmal f\u00fchlt er dich in ihnen werden,<br \/>\nund wie im Winde<br \/>\nsenkt sich sein Gesicht<br \/>\nin Scham.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und da versucht er, auf dem Stein zu liegen<br \/>\nund aufzustehen, wie er bei andern sieht,<br \/>\nund seine M\u00fche ist, dich einzuwiegen;<br \/>\naus Angst, dass er dein Wachsein schon verriet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Denn wer dich f\u00fchlt, kann sich mit dir nicht br\u00fcsten;<br \/>\ner ist erschrocken, bang um dich und flieht<br \/>\nvor allen Fremden, die dich merken m\u00fcssten:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist das Wunder in den W\u00fcsten,<br \/>\ndas Ausgewanderten geschieht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">23<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, \u2013<br \/>\ndu hast ihn wachsen sehn; \u2013<br \/>\ndie B\u00e4ume fl\u00fcchten. Ihre Flucht<br \/>\nschafft schreitende Alleen.<br \/>\nDa wei\u00dft du, der vor dem sie fliehn<br \/>\nist der, zu dem du gehst,<br \/>\nund deine Sinne singen ihn;<br \/>\nwenn du am Fenster stehst.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Des Sommers Wochen standen still,<br \/>\nes stieg der B\u00e4ume Blut;<br \/>\njetzt f\u00fchlst du, dass es fallen will<br \/>\nin den der alles tut.<br \/>\nDu glaubtest schon erkannt die Kraft,<br \/>\nals du die Frucht erfasst;<br \/>\njetzt wird sie wieder r\u00e4tselhaft<br \/>\nund du bist wieder Gast.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Der Sommer war so wie dein Haus,<br \/>\ndrin wei\u00dft du alles stehn \u2013<br \/>\njetzt musst du in dein Herz hinaus<br \/>\nwie in die Ebene gehn.<br \/>\nDie gro\u00dfe Einsamkeit beginnt,<br \/>\ndie Tage werden taub,<br \/>\naus deinen Sinnen nimmt der Wind<br \/>\ndie Welt wie welkes Laub.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Durch ihre leeren Zweige sieht<br \/>\nder Himmel, den du hast;<br \/>\nsei Erde jetzt und Abendlied<br \/>\nund Land, darauf er passt.<br \/>\nDem\u00fctig sei jetzt wie ein Ding,<br \/>\nzu Wirklichkeit gereift, \u2013<br \/>\ndass Der, von dem die Kunde ging,<br \/>\ndich f\u00fchlt, wenn er dich greift.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">24<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bete wieder, du Erlauchter,<br \/>\ndu h\u00f6rst mich wieder durch den Wind,<br \/>\nweil meine Tiefen nie gebrauchter<br \/>\nrauschender Worte m\u00e4chtig sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich war zerstreut; an Widersacher<br \/>\nin St\u00fccken war verteilt mein Ich.<br \/>\nO du, mich lachten alle Lacher,<br \/>\nund alle Trinker tranken mich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">In H\u00f6fen hab ich mich gesammelt<br \/>\naus Abfall und aus altem Glas,<br \/>\nmit halbem Mund dich angestammelt,<br \/>\ndich, Ewiger aus Ebenma\u00df.<br \/>\nWie hob ich meine halben H\u00e4nde<br \/>\nzu dir in namenlosem Flehn,<br \/>\ndass ich die Augen wiederf\u00e4nde,<br \/>\nmit denen ich dich angesehn.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich war ein Haus nach einem Brand,<br \/>\ndarin nur M\u00f6rder manchmal schlafen,<br \/>\neh ihre hungerigen Strafen<br \/>\nsie weiterjagen in das Land;<br \/>\nich war wie eine Stadt am Meer,<br \/>\nwenn eine Seuche sie bedr\u00e4ngte,<br \/>\ndie sich wie eine Leiche schwer<br \/>\nden Kindern an die H\u00e4nde h\u00e4ngte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Jetzt bin ich wieder aufgebaut<br \/>\naus allen St\u00fccken meiner Schande,<br \/>\nund sehne mich nach einem Bande,<br \/>\nnach einem einigen Verstande,<br \/>\nder mich wie ein Ding \u00fcberschaut, \u2013<br \/>\nnach deines Herzens gro\u00dfen H\u00e4nden \u2013<br \/>\n[o k\u00e4men sie doch auf mich zu].<br \/>\nIch z\u00e4hle mich, mein Gott, und du,<br \/>\ndu hast das Recht, mich zu verschwenden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">25<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin derselbe noch, der kniete<br \/>\nvor dir in m\u00f6nchischem Gewand:<br \/>\nder tiefe, dienende Levite,<br \/>\nden du erf\u00fcllt<span lang=\"de-at\">, der dich erfand.<br \/>\nDie Stimme einer stillen Zelle,<br \/>\nan der die Welt vor\u00fcberweht, \u2013<br \/>\nund du bist immer noch die Welle,<br \/>\ndie \u00fcber alle <\/span>Dinge<span lang=\"de-at\"> geht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Es<i> ist <\/i>nichts anderes. Nur ein Meer,<br \/>\naus dem die L\u00e4nder manchmal steigen.<br \/>\nEs<i> ist <\/i>nichts andres denn<span lang=\"de-at\"> ein Schweigen<br \/>\nvon sch\u00f6nen Engeln <\/span>und<span lang=\"de-at\"> von Geigen,<br \/>\nund der Verschwiegene ist der,<br \/>\nzu dem sich alle Dinge neigen,<br \/>\nvon seiner St\u00e4rke Strahlen schwer.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Bist du den<span lang=\"de-at\"> alles, \u2013 ich der eine,<br \/>\nder sich ergibt und sich emp\u00f6rt?<br \/>\nBin ich denn nicht das <\/span>Allgemeine<span lang=\"de-at\">,<br \/>\nbin ich nicht<i> alles, <\/i>wenn ich weine,<br \/>\nund du der eine, der es h\u00f6rt?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">H\u00f6rst du denn<span lang=\"de-at\"> etwas neben mir?<br \/>\nSind da noch Stimmen au\u00dfer meiner?<br \/>\nIst da ein Sturm? Auch<\/span> <span lang=\"de-at\">ich bin einer,<br \/>\nund meine W\u00e4lder winken dir.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ist da ein Lied, ein krankes, kleines,<br \/>\ndas dich am<span lang=\"de-at\"> Micherh\u00f6ren<\/span> <span lang=\"de-at\">st\u00f6rt, \u2013<br \/>\nauch ich bin eines, h\u00f6re meines,<br \/>\ndas einsam ist und unerh\u00f6rt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich bin derselbe<span lang=\"de-at\"> noch, der bange<br \/>\ndich manchmal fragte, wer du seist.<br \/>\nNach jedem Sonnenuntergange<br \/>\nbin ich verwundet und verwaist,<br \/>\nein blasser, allem Abgel\u00f6ster<br \/>\nund ein Verschm\u00e4hter jeder Schar,<br \/>\nund alle Dinge stehn wie Kl\u00f6ster,<br \/>\nin denen ich gefangen war.<br \/>\nDann brauch ich dich, du Eingeweihter,<br \/>\ndu sanfter Nachbar jeder Not,<br \/>\ndu meines Leidens leiser Zweiter,<br \/>\ndu Gott, dann brauch ich dich wie Brot.<br \/>\nDu wei\u00dft vielleicht nicht, wie die N\u00e4chte<br \/>\nf\u00fcr Menschen, die nicht schlafen, sind:<br \/>\nDa sind sie alle Ungerechte,<br \/>\nder Greis, die Jungfrau und das Kind.<br \/>\nSie fahren auf wie totgesagt,<br \/>\nvon schwarzen dingen nah umgeben;<br \/>\nund ihre wei\u00dfen H\u00e4nde beben,<br \/>\nverwoben in ein wildes Leben<br \/>\nwie Hunde in ein Bild der Jagd.<br \/>\nVergangenes steht noch bevor,<br \/>\nund in der Zukunft liegen Leichen,<br \/>\nein Mann im Mantel pocht am Tor,<br \/>\nund mit dem Auge und dem Ohr<br \/>\nist noch kein erstes Morgenzeichen,<br \/>\nkein Hahnruf ist noch zu erreichen.<br \/>\nDie Nacht ist wie ein gro\u00dfes Haus.<br \/>\nUnd mit der Angst der wunden H\u00e4nde<br \/>\nrei\u00dfen sie T\u00fcren in die W\u00e4nde, \u2013<br \/>\ndann kommen G\u00e4nge <\/span>ohne<span lang=\"de-at\"> ende,<br \/>\nund nirgends ist ein Tor hinaus.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und so, mein Gott<span lang=\"de-at\">, ist<i> jede <\/i>Nacht;<br \/>\nimmer sind welche aufgewacht,<br \/>\ndie gehn und gehn und dich nicht finden.<br \/>\nH\u00f6rst du sie mit dem Schritt von Blinden<br \/>\ndas Dunkel treten?<br \/>\nAuf Treppen, die sich niederwinden,<br \/>\nh\u00f6rst du sie beten?<br \/>\nH\u00f6rst du sie fallen auf den schwarzen Steinen?<br \/>\nDu musst sie weinen h\u00f6ren; <\/span>denn<span lang=\"de-at\"> sie weinen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich suche dich, weil sie vor\u00fcbergehn<br \/>\nan meiner T\u00fcr<span lang=\"de-at\">. Ich kann sie beinah sehn.<br \/>\nWen soll ich rufen, wenn nicht den,<br \/>\nder dunkel ist und n\u00e4chtiger als Nacht.<br \/>\nDein Einzigen, der ohne Lampe wacht<br \/>\nund doch nicht bangt; den Tiefen, den das Licht<br \/>\nnoch nicht verw\u00f6hnt hat und von dem ich wei\u00df,<br \/>\nweil er mit B\u00e4umen aus der Erde bricht<br \/>\nund weil er leis<br \/>\nals Duft in mein gesenktes Angesicht<br \/>\naus Erde steigt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">26<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">L\u00f6sch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,<br \/>\nwirf mir die Ohren zu: ich kann dich h\u00f6ren,<br \/>\nund ohne F\u00fc\u00dfe kann ich zu dir gehn,<br \/>\nund ohne Mund noch kann ich dich beschw\u00f6ren.<br \/>\nBrich mir die Arme ab, ich fasse dich<br \/>\nmit meinem Herzen wie mit einer Hand,<br \/>\nhalt mir das Herz zu, und mein Hirn wird schlagen,<br \/>\nund wirfst du <span lang=\"de-at\">in mein Hirn den Brand,<br \/>\nso werd ich dich auf meinem Blute tragen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">27<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und auch, die lieben, sammeln f\u00fcr dich ein:<br \/>\nSie sind die Dichter einer kurzen Stunde,<br \/>\nsie k\u00fcssen einem<span lang=\"de-at\"> ausdruckslosen Munde<br \/>\nein L\u00e4cheln auf, als formten sie ihn sch\u00f6ner,<br \/>\nund bringen Lust und sind die Angew\u00f6hner<br \/>\nzu Schmerzen, welche erst erwachsen machen.<br \/>\nSie bringen Leiden mit in ihrem Lachen,<br \/>\nSehns\u00fcchte, welche schlafen, und erwachen,<br \/>\num aufzuweinen in der fremden Brust.<br \/>\nSie h\u00e4ufen R\u00e4tselhaftes an und sterben,<br \/>\nwie Tiere sterben, ohne zu begreifen, \u2013<br \/>\naber sie werden vielleicht Enkel haben,<br \/>\nin denen ihre gr\u00fcnen Leben reifen;<br \/>\ndurch diese wirst du jene Liebe erben,<br \/>\ndie sie sich blind und wie im <\/span>Schlafe<span lang=\"de-at\"> gaben.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">So flie\u00dft der Dinge \u00dcberfluss dir zu.<br \/>\nUnd wie die obern Becken von Font\u00e4nen<br \/>\nbest\u00e4ndig \u00fcberstr\u00f6men, wie von Str\u00e4hnen<br \/>\ngel\u00f6sten Haares, in die tiefste Schale, \u2013<br \/>\nso f\u00e4llt die F\u00fclle<span lang=\"de-at\"> dir in deine Tale,<br \/>\nwenn Dinge und Gedanken \u00fcbergehn.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">28<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Alle, welche dich suchen, versuchen dich.<br \/>\nUnd die<span lang=\"de-at\">, so dich finden, binden dich<br \/>\nan Bild und <\/span>Geb\u00e4rde<span lang=\"de-at\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich aber will dich begreifen<br \/>\nwie dich die Erde <span lang=\"de-at\">begreift;<br \/>\nmit <\/span>meinem<span lang=\"de-at\"> Reifen<br \/>\nreift<br \/>\ndein Reich.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich will von<span lang=\"de-at\"> dir keine <\/span>Eitelkeit<span lang=\"de-at\">,<br \/>\ndie dich beweist.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich wei\u00df, dass die<span lang=\"de-at\"> Zeit<br \/>\nanders <\/span>hei\u00dft<span lang=\"de-at\"><br \/>\nals du.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Tu mir kein Wunder zulieb.<br \/>\nGib deinen Gesetzen Recht,<br \/>\ndie von Geschlecht<span lang=\"de-at\"> zu Geschlecht<br \/>\nsichtbarer sind.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">29<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wenn etwas mir vom Fenster f\u00e4llt<br \/>\n[und wenn es auch das Kleinste w\u00e4re]<br \/>\nwie st\u00fcrzt sich das Gesetz der Schwere<br \/>\ngewaltig wie ein Wind vom Meere<br \/>\nauf jeden Ball und jede Beere<br \/>\nund tr\u00e4gt sie in den Kern<span lang=\"de-at\"> der Welt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ein jedes Ding ist \u00fcberwacht<br \/>\nvon einer flugbereiten G\u00fcte<br \/>\nwie jeder Stein und jede Bl\u00fcte<br \/>\nund jedes kleine Kind bei Nacht.<br \/>\nNur wir, in unsrer<span lang=\"de-at\"> Hoffahrt, dr\u00e4ngen<br \/>\naus einigen Zusammenh\u00e4ngen<br \/>\nin einer Freiheit <\/span>leeren<span lang=\"de-at\"> Raum,<br \/>\nstatt, klugen Kr\u00e4ften hingegeben,<br \/>\nuns aufzuheben wie ein Baum.<br \/>\nStatt in die weitesten Geleise<br \/>\nsich still und willig einzureihn,<br \/>\nverkn\u00fcpft man sich auf manche Weise, \u2013<br \/>\nund wer sich ausschlie\u00dft jedem Kreise,<br \/>\nist jetzt so namenlos allein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Da muss er lernen von den Dingen,<br \/>\nanfangen wieder wie ein Kind,<br \/>\nweil sie, die Gott am Herzen hingen,<br \/>\nnicht von ihm fortgegangen sind.<br \/>\nEins muss er wieder k\u00f6nnen:<i> fallen,<\/i><br \/>\ngeduldig in<span lang=\"de-at\"> der Schwere ruhn,<br \/>\nder sich verma\u00df, den V\u00f6geln allen<br \/>\nim Fliegen es zuvorzutun.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">30<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist die Zukunft, gro\u00dfes Morgenrot<br \/>\n\u00fcber den Ebenen der Ewigkeit.<br \/>\nDu bist der Hahnschrei<span lang=\"de-at\"> nach der Nacht der Zeit,<br \/>\nder Tau, die Morgenmette und die Maid,<br \/>\nder fremde Mann, die Mutter<\/span> <span lang=\"de-at\">und der Tod.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist die sich verwandelnde Gestalt,<br \/>\ndie immer einsam aus dem Schicksal ragt,<br \/>\ndie unbejubelt<span lang=\"de-at\"> bleibt und <\/span>unbeklagt<span lang=\"de-at\"><br \/>\nund unbeschrieben wie ein wilder Wald.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist der Dinge tiefer Inbegriff,<br \/>\nder seines Wesens letztes Wort verschweigt<br \/>\nund sich den <span lang=\"de-at\">andern immer anders zeigt:<br \/>\ndem Schiff als K\u00fcste und dem Land als Schiff.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">31<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Alles wird wieder gro\u00df sein und gewaltig.<br \/>\nDie Lande einfach und die Wasser faltig,<br \/>\ndie B\u00e4ume riesig und sehr klein die Mauern;<br \/>\nund in den T\u00e4lern, stark und <span lang=\"de-at\">vielgestaltig,<br \/>\nein Volk von <\/span>Hirten<span lang=\"de-at\"> und von Ackerbauern.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und keine Kirchen, welche Gott umklammern<br \/>\nwie einen Fl\u00fcchtling und ihn <span lang=\"de-at\">dann bejammern<br \/>\nwie ein <\/span>gefangenes<span lang=\"de-at\"> und wundes Tier, \u2013<br \/>\ndie H\u00e4user gastlich allen Einlassklopfern<br \/>\nund ein Gef\u00fchl von unbegrenztem Opfern<br \/>\nin allem Handeln und in dir und mir.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Kein Jenseitswarten und kein Schaun nach dr\u00fcben,<br \/>\nnur Sehnsucht<span lang=\"de-at\">, auch den Tod nicht zu entweihn<br \/>\nund dienend sich am Irdischen zu \u00fcben,<br \/>\num seinen H\u00e4nden nicht mehr neu zu sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">32<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Auch du wirst gro\u00df sein. Gr\u00f6\u00dfer noch als einer,<br \/>\nder jetzt schon leben muss, dich sagen kann.<br \/>\nViel ungew\u00f6hnlicher<span lang=\"de-at\"> und <\/span>ungemeiner<span lang=\"de-at\"><br \/>\nund noch viel \u00e4lter als ein alter Mann.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Man wird dich f\u00fchlen: dass ein Duften ginge<br \/>\naus eines Gartens <span lang=\"de-at\">naher <\/span>Gegenwart<span lang=\"de-at\">;<br \/>\nund wie ein Kranker seine liebsten Dinge<br \/>\nwird man dich lieben ahnungsvoll und zart.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Es wird kein Beten geben, das die Leute<br \/>\nzusammenschart. Du<i> bist <\/i>nicht im Verein;<br \/>\nund wer dich f\u00fchlte<span lang=\"de-at\"> und sich an dir freute,<br \/>\nwird wie der Einzige auf Erden sein:<br \/>\nEin Ausgesto\u00dfener und ein Vereinter,<br \/>\ngesammelt und vergeudet doch zugleich;<br \/>\nein L\u00e4chelnder und doch ein Halbverweinter,<br \/>\nklein wie ein Haus und m\u00e4chtig wie ein Reich.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">33<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du musst nicht bangen, Gott. Sie sagen:<i> mein<\/i><br \/>\nzu allen Dingen<span lang=\"de-at\">, die geduldig sind.<br \/>\nSie sind wie Wind, der an die <\/span>Zweige<span lang=\"de-at\"> streift<br \/>\nund sagt:<i> mein <\/i>Baum.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Sie merken kaum,<br \/>\nwie alles gl\u00fcht<span lang=\"de-at\">, was ihre Hand ergreift, \u2013<br \/>\nso dass sie&#8217;s auch an seinem <\/span>letzten<span lang=\"de-at\"> Saum<br \/>\nnicht halten k\u00f6nnten ohne <\/span>zu<span lang=\"de-at\"> verbrennen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Sie sagen<i> mein, <\/i>wie manchmal einer gern<br \/>\nden F\u00fcrsten Freund nennt im Gespr\u00e4ch mit Bauern,<br \/>\nwenn dieser F\u00fcrst sehr<span lang=\"de-at\"> gro\u00df ist und \u2013 sehr fern.<br \/>\nSie sagen<i> mein <\/i>von ihren fremden Mauern<br \/>\nund kennen gar nicht ihres Hauses Herrn.<br \/>\nSie sagen mein und nennen das Besitz,<br \/>\nwenn jedes Ding sich schlie\u00dft, dem sie sich nahn,<br \/>\nso wie ein abgeschmackter Scharlatan<br \/>\nvielleicht die Sonne sein nennt und den Blitz.<br \/>\nSo sagen sie: mein Leben, meine Frau,<br \/>\nmein Hund, mein Kind, und wissen doch genau,<br \/>\ndass alles: Leben, Frau und Hund und Kind<br \/>\nfremde Gebilde sind, daran sie blind<br \/>\nmit ihren ausgestreckten H\u00e4nden sto\u00dfen.<br \/>\nGewissheit freilich ist das nur den Gro\u00dfen,<br \/>\ndie sich nach Augen sehnen. Denn die andern<br \/>\n<i>wollens <\/i>nicht h\u00f6ren, dass ihr armes Wandern<br \/>\nmit keinem Dinge rings zusammenh\u00e4ngt,<br \/>\ndass sie, von ihrer Habe <\/span>fortgedr\u00e4ngt<span lang=\"de-at\">,<br \/>\nnicht anerkannt von ihrem Eigentume,<br \/>\ndas Weib so wenig<i> haben <\/i>wie die Blume,<br \/>\ndie eines fremden Leben ist f\u00fcr alle.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Falle nicht, Gott, aus deinem Gleichgewicht.<br \/>\nAuch der dich liebt und der dein Angesicht<br \/>\nerkennt im Dunkel<span lang=\"de-at\">, wenn er wie ein Licht<br \/>\nin deinem Atem schwankt, \u2013 besitzt dich nicht.<br \/>\nUnd wenn dich einer in der Nacht erfasst,<br \/>\nso dass du kommen musst in sein <\/span>Gebet<span lang=\"de-at\">:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Du bist der <span lang=\"de-at\">Gast,<br \/>\nder wieder weiter <\/span>geht<span lang=\"de-at\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Wer kann dich halten, Gott? Denn du bist dein,<br \/>\nvon keines Eigent\u00fcmers<span lang=\"de-at\"> Hand gest\u00f6rt,<br \/>\nso wie der noch nicht ausgereifte Wein,<br \/>\nder immer s\u00fc\u00dfer wird, sich selbst geh\u00f6rt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">34<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">In tiefen N\u00e4chten grab ich dich, du Schatz.<br \/>\nDenn alle \u00dcberfl\u00fcsse, die ich sah,<br \/>\nsind Armut und armseliger Ersatz<br \/>\nf\u00fcr deine Sch\u00f6nheit<span lang=\"de-at\">, die <\/span>noch<span lang=\"de-at\"> nie geschah.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Aber der Weg zu dir ist furchtbar weit<br \/>\nund, weil ihn lange keiner ging, verweht.<br \/>\nO du bist einsam.<span lang=\"de-at\"> Du bist<\/span> <span lang=\"de-at\">Einsamkeit,<br \/>\ndu Herz, das zu entfernten Talen geht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und meine H\u00e4nde, welche blutig sind<br \/>\nvom Graben, heb <span lang=\"de-at\">ich offen in den Wind,<br \/>\nso dass sie sich verzweigen wie ein Baum.<br \/>\nIch sauge dich mit ihnen aus dem Raum<br \/>\nals h\u00e4ttest du dich einmal dort zerschellt<br \/>\nin einer ungeduldigen Geb\u00e4rde,<br \/>\nund fielest jetzt, eine zerst\u00e4ubte Welt,<br \/>\naus fernen Sternen wieder auf die Erde<br \/>\nsanft wie ein Fr\u00fchlingsregen f\u00e4llt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: medium;\">35<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Ich will ihn preisen. Wie vor einem Heere<br \/>\ndie H\u00f6rner gehen, will ich gehn und schrein.<br \/>\nMein Blut soll lauter<span lang=\"de-at\"> rauschen denn die Meere,<br \/>\nmein Wort soll s\u00fc\u00df sein, dass man sein begehre,<br \/>\nund doch nicht irre <\/span>machen<span lang=\"de-at\"> wie der Wein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Und in den Fr\u00fchlingsn\u00e4chten, wenn nicht viele<br \/>\ngeblieben sind um meine Lagerstatt,<br \/>\ndann will ich bl\u00fchn in <\/span><span style=\"font-family: Georgia;\">meinem<span lang=\"de-at\"> Saitenspiele<br \/>\nso leise wie die n\u00f6rdlichen Aprile,<br \/>\ndie sp\u00e4t und \u00e4ngstlich sind um jedes Blatt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia;\">Denn meine Stimme wuchs nach zweien Seiten<br \/>\nund ist ein Duften worden und ein Schrein:<br \/>\ndie eine will den <\/span><span style=\"font-family: Georgia;\">Fernen<span lang=\"de-at\"> vorbereiten,<br \/>\ndie andere muss meiner Einsamkeiten<br \/>\nGesicht und Seligkeit und Engel sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #777777; font-family: Georgia; font-size: small;\">Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch, enthaltend die drei B\u00fccher Vom m\u00f6nchischen Leben, Von der Pilgerschaft, Von der Armut und vom Tode, Insel Verlag, Frankfurt am Main 1905<br \/>\n<a href=\"http:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Das_Stundenbuch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volltext: Wikisource<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Georgia; font-size: small;\"><span style=\"color: #777777;\">Rainer Maria Rilke schildert den Entstehungsprozess des Stunden-Buches in einem<\/span> <a href=\"http:\/\/www.marschler.at\/worte-rilke-briefe-gerding.htm\">&gt; Brief an Marlise Gerding.<\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"bottom\" height=\"60\"><span style=\"font-family: Arial;\"><a href=\"http:\/\/www.marschler.at\/worte-rilke-inhalt.htm\">Rainer Maria Rilke<\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rainer Maria Rilke 1 Wir d\u00fcrfen dich nicht eigenm\u00e4chtig malen, du D\u00e4mmernde, aus der der Morgen stieg. Wir holen aus den alten Farbenschalen die gleichen Striche und die gleichen Strahlen, mit denen dich der Heilige verschwieg. Wir bauen Bilder vor dir auf wie W\u00e4nde; so dass schon tausend Mauern um dich stehn. Denn dich verh\u00fcllen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-37420","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37420"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/37420\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=37420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/orgelimstephansdom.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=37420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}